2. November 2014

Ich bin ein Caesar's-Salad-Junkie!

Bekennend. Und das hat nicht nur damit zu tun. dass er mir schmeckt. Wenn er gut gemacht ist ... natürlich. Es ist schon seine Geschichte. Gesunde Küche mit Rotlichtvergangenheit. Heilige und Hure! Der Caesar's Salad erblickte am 4. Juli 1924 das Licht der Welt. Sein Vater war Cesare Cardini. Der hatte ein Ristorante und unverkennbar italienische Wurzeln. Sein Lokal befand sich in Tihuana, was 1924 erhebliche geostrategische Vorteile bot. In den USA "wütete" seinerzeit nämlich die Prohibition. Alkohol war verboten. Mexico ist schon immer etwas lockerer umgegangen: mit den Menschen und ihren Bedürfnissen. Man hat ihnen ihren Lauf gelassen. "Sodom und Gonorrhoe". Und so kam es, dass die Gringos am 4. Juli, dem Nationalfeiertag, zum saufen über die Grenzstadt herfielen wie ein Tsunami ohne funktionierendes Frühwarnsystem. "Wer säuft, muss essen": eine einfache Faustregel. Der Ansturm auf die Restaurants war einer ägyptischen Heuschreckenplage biblischer Ausmaße vergleichbar. Der unerschütterlich umtriebige und geschäftssinnige Cesare kreierte aus dem noch reichlich vorhandenen Salat und allem was seine Küche hergab den Salat, den wir noch heute lieben. Seine Mayonnaise wurde vielen Gästen die wertvolle Grundlage für ihren exzessiven Alkoholmißbrauch. Und die Unmengen an Knoblauch haben vielleicht die eine oder andere ungewollte Schwangerschaft verhindert.

An diese "liebevoll, helfende Geste" wollen wir immer denken, wenn wir ihn das nächste Mal locker bestellen und genießen. Zum Beipiel mit einem frischen Lugana.