1. August 2014

der einzige Mensch

... eigentlich war das heute ein recht gewöhnlicher Freitagmorgen. Vielleicht und zum Glück mal etwas gelassener als sonst nach einer wirklich anstrengenden Woche. Ich bin aufgestanden. Habe ein wenig Sport gemacht, geduscht, rasiert, gecremt, die Nase aus dem Fenster gestreckt und versucht, metereologisches zu erfühlen. Ich habe brav meine Medikamente gegen die ersten Alterswehwehchen genommen. Ein bisschen Dialog mit den Menschen die ich mag. Etwas Schatten hier, etwas Sonnenschein da: das übliche halt. Und dann kam mein Freund Tristan. Tristan macht es mir ja nicht immer leicht. Er ist gerne ein bisschen auf Krawall gebürstet und es steht ihm auch gut. Das krawutzige. Ich mag ihn dafür. Sehr sogar. Er ist ein Facebookfreund. Eigentlich. Und eigentlich auch nicht. Dazu reiben wir uns zu gerne. Er ist also mehr. Ein richtiger Freund? Vielleicht. Tristan ist Fotograf. Er hat ein Motiv kritisiert, dass ich in meinem Album zum Thema "Selfies" gepostet habe. Da hat man einem Astronauten die Erde in den Hintergrund montiert, obwohl er diese gerade fotografiert. Eigentlich keine große Sache. Ein halbwitziger Fake halt. Aber Tristan regt das auf. Denn die Serie, die dieser Fotograf geschossen hat, ist eine seiner Lieblingsserien überhaupt. Ich verstehe das. Ich verstehe ihn. Und auch das wäre nichts weiter als eine eher persönliche Randnotiz. Doch dann hat er mir ein weiteres Motiv aus dieser Serie gezeigt und etwas gesagt, das meine Welt für einen Moment angehalten hat. Worte von unglaublicher Weite, Schönheit und Besonderheit. So schön, dass ich sie einfach weitergeben muss:

"Der einzige Mensch von allen, die jemals gelebt haben - lebendig oder tot - der nicht auf diesem Bild ist, ist der Fotograf." // Tristan Morris

Bitte setzen lassen. Danke.