4. Dezember 2014

Enttäuschungen.

"... alle anderen Enttäuschungen sind gering im Vergleich zu denen, die wir an uns selbst erleben." // Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

Meine App für Bonmots und Aphorismen hat mir diese weisen Worte heute als Zufallszitat präsentiert. Nun kann man natürlich erst einmal darüber sinnieren und diskutieren, was ein Zufall ist und ob es Zufälle überhaupt gibt.

Für mich gibt es Zufälle. Natürlich. Man müsste ja sonst verrückt werden. Und auch die Naturwissenschaften lassen einem bei gesundem Menschenverstand keinen anderen Schluß zu.

Und damit sind wir schon am Punkt: der freien Wahl der Perspektive. Was macht denn tatsächlich meine Enttäuschungen aus und welche lasse ich an mich heran? Ist eine Enttäuschung nicht immer eine unerfüllte Erwartung? Erwartungen sind subjektiv und ureigen. Niemand trägt Verantwortung für dieses Bild außer mir selbst. Es ist der Film, dessen Autor und Regisseur ich selbst bin. Sollte mich das zum Pessimisten machen? Auf keinen Fall. Mein Glas ist noch immer lieber halb voll als halbleer. Dazu macht mich die Summe meiner Erfahrungen, was sich zur Not sogar chemisch, völlig unromantisch herunterbrechen ließe. Erfahrungen entstehen aus Entscheidungen. Und die wieder aus Erfahrungen. Ein Kreislauf. Man kann das trainieren. Üben. Verantwortung übernehmen. In der Summe tun dann auch die paar Enttäuschungen nicht mehr so weh. Man muss eben nur morgen neu entscheiden. Wieder aufstehen. Sich wieder hochrappeln. Oder?