7. Januar 2015

Vorhin. Ich habe die Ruhe geahnt. Im vorbeigehen. Zufällig. Bei offener Tür und leisem Licht. Sie schwebte lautlos. Sie schwebte unsichtbar über meinem Lotterbett in warmem Raum. In Moll. Wolkenweich rekelte sie sich behaglich. Die Ruhe. Friedlich, verheissungsvoll, magisch, magnetisch. Einladend! Hat sie da eben tatsächlich geseufzt? So harmonisch, dass ich sie nicht stören mochte. Nicht gleich. Aber jetzt. Wir finden uns. Sie ist so statisch, fast stoisch. Und ich passe mich gerne an. Finde mich in ihr. Gleite in eine sanfte Reise durch die Nacht.

PS: mein Lieblingsaphorismus zur Ruhe stammt übrigens von Julie de Lespinasse. Ursprünglich Jeanne Julie. Sie hat am selben Tag Geburtstag wie ich. An einem 10. November. Mit zweihundertdreiunddreissig Jahren Vorsprung. Eigentlich handelt ihr Aphorismus noch mehr von der schönsten Form der Liebe und er geht so: „das große Glück in der Liebe besteht darin, Ruhe in einem anderen Herzen zu finden.“ Das sitzt perfekt.