11. Januar 2015

Von Elefanten und Schmetterlingen ...

Ich stehe in meinem Badezimmer am offenen Fenster. Frische Luft. Wolken ziehen. Ein Lieblingsmensch hat Geburtstag. Fern und doch so nah. Es war spät gestern. Ein wundervoller Abend mit großartigen Freunden.

Crémant aus dem Elsaß, Austern, ein rotes Thai Seafood Curry, großartig gekocht und so lässig angerichtet. Der halbe Orient lag in der Luft. Fernweh im Kopf und eine ganze Bibliothek an schönen Erinnerungen. Beste Weine. Mit viel Pino Daniele und Jovanotti im Ohr: „Se mi Vuoi“, „Vento di Passione“, „Gente della Notte“, „A te“ … grande emozioni. Die Kinder tobten durch das Haus. Sehr viel Glück war unterwegs. Greifbar. Ich las ein bisschen vor. Hier und da und zwischendurch. Wir sind zusammen älter geworden. Melancholischer Januar. Wir gehen nah miteinander um, fast zärtlich, tröstlich. Ehrliche, enge, gewachsene Freundschaft ist wunderbar.

Die Wolken stürmen wattig über den blauen Himmel. Und mit ein bisschen Phantasie kann man fühlen, wie man sich ihnen in einem Karussell entgegendreht. Das Fenster ist mein Passepartout für ein bewegliches Kunstwerk voller einzigartiger Eindrücke und in ständiger Veränderung. Ein wütender Elefant verläuft sich als zerfaserter Schmetterling und ist in allen seinen Phasen wunderschön. Soll ich ihn fotografieren, versuchen ihn festzuhalten? Kann man das überhaupt? Einen wütenden Elefanten aus Zuckerwatte festhalten oder einen flatternden Falter, der kaum stofflich ist? Oder ist deren eigentliches Wesen der Zauber des Augenblicks? Der magische Moment? Heute wie gestern?

Leben ist jetzt!