Distanz ist ein Arschloch

Distanz ist ein Arschloch!  
(27. November 2014)
  
Heute morgen postete ein Facebookfreund, ganz offensichtlich deprimiert: "... manchmal ist Distanz ein Arschloch!"

Ich bin sicher, dass wir ihn alle nur zu gut verstehen und mitfühlen können. Zumindest die unter uns, die überhaupt noch etwas spüren.

Eigentlich ist Distanz nicht nur manchmal ein Arschloch, sondern immer. Und richtig beschissen wird’s, wenn die Strecke in die eine Richtung länger ist als in die andere. Paradox? Mitnichten! Physikalisch absurd? Mag sein, aber es läßt sich eben nicht alles mit dem Zollstock oder der Stoppuhr erfassen und in Maßeinheiten begreifen, auch wenn diese inzwischen für nahezu alle Gelegenheiten zur Verfügung zu stehen scheinen. Gefühle bleiben unquantifizierbar, privat und das ist gut so.

Lasst uns, statt über die Distanz, lieber über die Nähe sinnieren. Da ist das Glas nämlich schon mal halbvoll und das wärmt das wunde Seelchen.

Er schreibt: "Bruno, manche Menschen sind mir über hunderte von Kilometern näher, als andere, die direkt vor mir stehen."

Das stimmt unwidersprochen, aber es geht ja hier auch nicht um Geographie.

Ich fühle mit.

© Nov. 2014 / Jan. 2018 Bruno Schulz
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