"Glück und Zufriedenheit"

(im Oktober 2014 auf Fuerteventura)

Genau jetzt und in diesem Moment sitze ich unter einer majestätischen Palme. Der Himmel ist strahlendblau, das traumhafte Wetter zum Heldenzeugen. Ein paar zuckerwattrige Wolken fliegen vorbei in stetiger Morphose und man braucht nicht viel Phantasie für viele schöne Assoziationen. Hat fast was von Rorschach mit weisser Zaubertinte auf blauem Bütten.

Direkt vor mir liegt ein spiegelglatter Atlantik. Und in ein paarhundert Metern Entfernung schmiegt sich ein weisses Dorf malerisch an den kargen, vulkanischen Hügel, der schroff zum Meer hin wegbricht. Die lebendige Postkarte.

Ich erlebe ein paar glückliche und entspannte Tage jenseits eines Alltags voller Zwänge und Verbindlichkeiten. Ich lese. In einem jüdischen Sprichwort bleibe ich stecken: „… während wir dem Glück hinterherlaufen, verlieren wir unsere Zufriedenheit.“

Geht es da wirklich um Glück? Oder um zu groß gesteckte Ziele? Einen verlorenen Maßstab? Die Gefahr, die kleinen, schönen, realen Details des Lebens für schöngeträumte Fiktionen ab- oder gar auszublenden? Sie zu verlieren? Ich nehme das Zitat jedenfalls unmittelbar zum Anlass, besser zu beobachten und mich in Gelassenheit zu üben, intensiver zu genießen und bei den wirklich wichtigen Dingen in meinem Leben genauer hinzuschauen.

In mein Zukunftstagebuch notiere ich die Punkte: Liebe, Wertschätzung, Achtsamkeit, Gelassenheit, Nähe, Neugier, Genuß … was immer vervollständigt werden kann, soll und darf. Es geht ja immerhin um die Zukunft. Meine eigene.

„… das Leben ist kein Problem, das es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt …“
Das stammt von Buddha. Gar nicht so übel.

© Oktober 2014

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