"von Enttäuschungen"

„Die Ungewißheit ist schlimmer als die Enttäuschung.“

So notierte es das schottische Nationalheiligtum Robert Burns schon gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Und daran hat sich wenig geändert. Das war wie es heute ist. Denn was er da beschreibt, ist der ernüchternde, aber schließlich auch erlösende Schritt von der Fremd- in die Selbstbestimmung.

Die Enttäuschung ist im Grunde kaum etwas anderes als ein Kater. Die Strafe für eine realitätsbetäubende Gefühlsduselei. Auch dem „Enttäuschungskater“ geht eine besondere Art von Betäubungsmittelmissbrauch voraus: das naive Vertrauen in eine Illusion, die sich nicht erfüllen will.

Der schmerzhafte Schnitt ist die Erkenntnis. Und die besondere Würze liegt in der Feststellung, sich selbst eine Kulisse geschaffen zu haben, die der Realität nicht standhalten will. Ein Bild, an dem man verzweifeln könnte. Aber Heilung ist in Sicht. Die Fähigkeit unseres Gehirns, den kaltfühligen Schmerz auch wieder auszuschleichen. Irgendwann. Das ist gnädig. Und ein großes Glück!

Namaste.

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